Mein Leben und meine Bücher in der DDR

Ab 1950 begann mein freiberufliches Leben als Schriftstellerin. In hoher Auflage erschien mein Roman „Ein Kind für mich allein“. Realisiert wurde auch ein Film, an dessen  Drehbuch ich noch zusammen mit Barkhausen in der Kriegszeit mitgearbeitet hatte, das aber von Goebbels abgelehrt worden war. Der DEFA-Film  “Semmelweis – Retter der Mütter“ wurde vielfach noch im späteren DDR-Fernsehen gesendet.

Arbeiter- und Bauernfakultät, 1952

1952 erschien der Roman „Vor uns das Leben“, der Probleme in der damaligen „Arbeiter- und Bauernfakultät“ behandelt, wo nach dem Krieg Jugendliche aus „bildungsfernen“ Familien ihr Abitur und damit die Hochschulreife kostenlos erwerben konnten.

1953 wurde ich Mitglied des Schriftstellerverbandes.

1955 erschien der Roman „ Regine Haberkorn“,  der die schwierige Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familienleben aus der Perspektive einer Hausfrau schildert, die mehr und mehr Freude an der Arbeit in einem Großbetrieb hat. Dafür habe ich einige Monate im Lokomotivwerk Henningsdorf recherchiert und auch am Band im diesem Betrieb mitgearbeitet.

Christiane, 1956

1956 erschien „ Gabriele- ein Tagebuch“, ein Mädchenbuch

1958 „ Rom, hauptpostlagernd“, eine Erzählung, die ich z.T. in Rom recherchierte und die als Fernsehspiel 1962 unter dem Titel „ Rom, Via Margutta“ erstmals gesendet wurde.

1960 „ Wege und Schicksale“. Literarische Frauenporträts

1964 gebar meine Tochter Christiane meine Enkeltochter Jasmina, die ich als Großmutter jahrelang mit betreute. Sie studierte später Ethnologie und ist heute als Friedenspädagogin in Ländern Lateinamerikas und Afrikas unterwegs. 

Elfriede, 1960

1965 wurde „Die Heiratsanzeige“, ein Lustspiel, im Kleist Theater in Frankfurt/Oder uraufgeführt, im gleichen Jahr mein Fernsehspiel „Nach vielen Jahren“ gesendet.

1966 erschien der Erstabdruck der Erzählung „Septemberreise“ in Zeitschrift „Neue Deutsche Literatur“. Der Text wurde so stark kritisiert, dass er erst acht Jahre später als Buch publiziert werden konnte.

1968 erschienen nach großen Schwierigkeiten meine Reportagen über „Kinder ohne Eltern“. Daß es soziale Probleme in Familien und große Mängel in der Betreuung der  Problemkinder gab, war in der DDR ein Tabu. Es wurden nur 5000 Exemplare gedruckt, obwohl es 17 000 Vorbestellungen gab.

1970 erschien  „Kleine Leute“, mein Erstlingsroman s.o.

1973 „Jasmina und die Lotusblume“ , ein Kinderbuch 

Elfriede, 1980

1974 erschien die Erzählung „Septemberreise“ als Buch

1975 „Hochverrat“ Theaterstück,  Chronik einer Familie im 2. Weltkrieg, Uraufführung im „Theater der Freundschaft“ Berlin 

1977 „ Zu meiner Zeit“ Geschichten aus vier Jahrzehnten 

1978  „Partnerinnen“: Erzählungen über Frauen, das auch in der BRD beim S.Fischer-Verlag in der Reihe „Frauen in der Gesellschaft“ veröffentlicht wurde

1983 Roman „Wie andere Leute auch“, der u.a. die Widersprüche meiner Rolle als Großmutter, die die Enkelin betreuen mußte und der mir weiter am Herzen liegenden  schriftstellerischen Arbeit thematisierte.

Einschulung Jasminas

1986 erschien „Altweiberspiele und andere Geschichten.“

1989 wird mein Urenkel Jonas geboren, der z.Z. Graphiker wird.

Über meine DDR- Erfahrungen als Autorin, schrieb ich in meiner Autobiographie u.a. Folgendes:
„Welche Erfahrungen haben Sie mit der Zensur gemacht?“ fragte mich kürzlich ein Professor der Germanistik aus Amerika ...Meine Antwort hat ihn vielleicht enttäuscht, denn es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, ich hätte unter der Zensur gelitten. Gelitten habe ich unter der Borniertheit von Kritikern und Kritikastern, die sich anmaßten uns vorzuschreiben, wie wir unsere Bücher zu schreiben hätten... Dennoch habe ich, wie wahrscheinlich die meisten meiner Kollegen, auch immer wieder Schlappen hinnehmen müssen, und viele Projekte, an denen ich jahrelang gearbeitet hatte, starben schon vor der Geburt – aus Gründen die nicht immer zu durchschauen waren ...“