Zeit-Besichtigung
Reportagen, Feuilletons und Erzählungen aus sieben Jahrzehnten.
Ab 1926 erschienen in Berliner- und anderen Tageszeitungen Deutschlands meine ersten Reportagen, Feuilletons und Erzählungen. Sie behandelten fast immer Lebensprobleme arbeitender Frauen. Eine repräsentative Auswahl dieser und der kommender Texte aus 7 Jahrzehnten, also aus sechs verschiedenen Gesellschaftsordnungen, deren Zeitzeuge ich bis heute wurde, sind erst 2003 wieder nachgedruckt worden. Zeit-Besichtigung, Wilhelmshorst 2003.
Kritiken
...„ eine absolute Fundgrube. Sehr selten habe ich in so konzentrierter Form über unsere jüngste Vergangenheit so viel erfahren . . . ich bitte Sie mir zu glauben, das ich bei vielen Beiträgen immer wieder an Egon Erwin Kisch erinnert worden bin. Es ist eine große Ehre für mich, dies sagen zu dürfen.“ (aus einem Brief von Mario Simmel)
„ Nach 1945 galt ihr (E.B` s) Engagement vor allem den Umsiedlern, und es verlangt einem heute höchste Anerkennung ab, wie furchtlos damals die Reporterin mit schlecht arbeitenden Behörden und unsolidarischen Einheimischen zu Gericht ging und für eine Integration focht, die Menschen zweiten Grades nicht zuließ. Später waren es oft Familien- und spezielle Frauenprobleme, die sie zu Artikeln inspirierten. Sie beschrieb dabei keine heile sozialistische Welt, sondern eine sehr handfeste konfliktreiche Wirklichkeit. Aus der schmetterlingshaften Feuilletonistin der zwanziger Jahre war eine genaue, manchmal beinharte Rechercheurin geworden – eine Entwicklung, der Härte der Zeit geschuldet. Folgerichtig schwieg sie auch nach der Wende nicht, und auch davon ist einiges im Bändchen nachzulesen.“ (ND, Christel Berger)

