Kinder im Kreidekreis
Recherchen über Zwangsadoptionen und ihre Gründe in DDR und BRD.
Kinder im Kreidekreis. Berlin 1992, Zwangsadoptionen in der DDR. Immer mal wieder geistert dieses Thema, oft als Sensationsberichterstattung zur Abwertung von DDR-Geschichte instrumentalisiert, durch die Medien. Ich habe versucht mit einer mir möglichen, gründlichen Recherche dieses heikle Thema aufzuarbeiten und habe nur relativ wenige Fälle von politisch motivierten Zwangsadoptionen in der DDR gefunden, aber auch viele Schatten- und Lichtseiten entdeckt, die bei sozialer Verantwortungslosigkeit und - Verwahrlosung von Kindern und Jugendlichen durch die Eltern, zu Heimeinweisungen in Ost und West führten.
Kritiken
„Die heute 83 jährige Schriftstellerin wendet sich der Dokumentarliteratur und einem Thema zu, das, geschürt durch die Massenmedien, erhebliche Unruhe in den betroffenen Familien und großen Teilen der Bevölkerung auslöste. Auf der Basis gründlicher, umfangreicher Recherchen befragte sie Betroffene, Beteiligte und Verantwortliche. Sie spürt zahlreichen Schicksalen nach und zeichnet ein sehr differenziertes Bild dieses sensiblen Lebensbereiches, in dem die ehemalige Grenze zwischen den Deutschen eine besondere Rolle spielte. Vereinzelt stößt sie auf Tatsachen, die eine politisch motivierte Adoption in der ehemaligen DDR erhärten. Die Autorin schreibt von drei bis vier nachweisbaren Fällen, etwa zwanzig sind noch nicht restlos aufgeklärt. . . . Der überwiegende Teil dieser Kinderschicksale entstand jedoch durch soziale Probleme und insbesondere durch Abwendung der Eltern. So manche wechselten die Grenze und ließen ihre Kinder hilflos in den Wohnungen zurück“ ( Lesezeichen, 1/1993)
Unter der Überschrift „Schöngefärbte Zwangsadoptionen“ finden sich auch folgende Zeilen: „Die Autorin beleuchtet eines der wohl bittersten Kapitel der deutschen Teilungsgeschichte, Familien, die durch die Stasi- und Behördenwillkür zerrissen wurden, weil ihnen die Flucht in die Freiheit mißlang ... Die Tatsache, daß es (wenn auch nur wenige) politische Zwangsadoptionen in der damaligen DDR gab, paßt nicht zu den vielen aufopferungsvollen Menschen, die die Autorin kennt und die nur eins im Sinn hatten: das Wohl der Kinder.“ ( Berliner Morgenpost 26.07.1992)

