Rom hauptpostlagernd

Eine Kunststudentin, die aus Ostberlin geflohen ist, verzweifelt am Standesdünkel ihres Partners in Rom.

Rom hauptpostlagernd, Berlin 1958. Das Buch basierte auf einer authentischen Lebensgeschichte, die ich u.a. durch das Tagebuch einer jungen Frau erfuhr, nachdem sie sich in Rom das Leben genommen hatte. Sie war als Kunststudentin aus der DDR über Westberlin nach Italien geflohen, hatte dort einen jungen spanischen Diplomaten kennen- und lieben gelernt, und diese Liebe war schließlich an den Standesvorurteilen seiner Familie und der „besseren“ römischen Gesellschaft tragisch gescheitert. Ich hatte diese Geschichte damals auch selbst in Rom vor Ort recherchiert. 

Kritiken

Auch dieses Buch wurde von der damals dogmatischen Literaturkritik auf Weisung von „ Oben“  völlig mißdeutet und verrissen. Da hieß es etwa in der >>Frau von heute>> „Hauptsächlich können wir E.B. `s Buch als ein Beitrag zur Republikflucht auffassen.“  Ich hätte Rom zu verlockend geschildert, heiß es in der >>Leipziger Volkszeitung>> „ Alle Leser sollten erkennen, daß es für unsere Studenten keine bessere Heimat gibt, als den Staat der Arbeiter und Bauern und gegen die korrupte kapitalistische Gesellschaft nur eine Waffe gibt: die Organisation der Werktätigen zur Vernichtung der Produktionsverhältnisse, in denen der Satz >> Der Mensch ist des Menschen Wolf>> zum obersten Gesetz erhoben wird. Aber diese Erkenntnis vermittelt E.B. leider nicht.“

Rom hauptpostlagernd