Vor uns das Leben
Konflikte in der „Arbeiter- und Bauernfakultät“, wo junge Menschen die Hochschulreife nachträglich erwerben konnten.
Vor uns das Leben, Berlin 1952, ein Roman, der in der „Arbeiter- und Bauernfakultät“ spielt, in der Jugendliche aus diesen Familien, nach dem Krieg mit einem staatlichen Stipendium kostenlos ihr Abitur und damit die Hochschulreife erwerben konnten. Dies war ein entscheidender Teil der Bildungspolitik in der DDR, um das sog. "bürgerliche Bildungsprivileg“ zu überwinden, das bis heute in der BRD bekanntlich immer noch nicht überwunden wurde. Mein Buch kollidierte dennoch erstmals mit literaturpolitischen Vorgaben der SED und wurde sehr kontrovers diskutiert.
Kritiken
Die Studenten warfen mir vor, daß ich sie so geschildert hätte, wie sie seien, aber nicht so, wie sei sein sollten. Die Dozenten warfen mir vor, daß ich die >> FDJ – und Parteiarbeit als treibende Kraft<< nicht genügend gewürdigt hätte und beschlossen ihre vernichtende Kritik mit der >> ernsten Frage an das Amt für Presse und Verlagswesen, ob das Buch ein Gewinn für unseren Büchertisch sei, was es leider verneinen müsse.>>
Nur das Börsenblatt schrieb, daß mein Buch „. . . nicht an jener Konfliktlosigkeit krankt, die sich noch so häufig in den Werken unserer jungen Nachwuchsautoren findet ...“ ( die Autorin bemühe sich) „ ... Menschen zu zeigen in ihrer All- und Vielseitigkeit, mit ihren Fehlern und Schwächen, mit ihren positiven und negativen Seiten. Sie braucht keine Schemata für ihre Menschengestaltung, und sie versucht vor allem, durch Handlung und Entwicklung der Charaktere – nicht durch >>Agitationsreden>>, wie das noch zu oft der Fall ist – zu überzeugen.“

