Wie andere Leute auch
Generationskonflikte. Mutter und Großmutter wollen beide arbeiten, aber wer soll das Kind erziehen?
Wie andere Leute auch, Mitteldeutscher Verlag, Halle 1975, Dieser Roman schildert die Generationskonflikte zwischen einer arbeitenden Frau und ihrer ebenfalls arbeitenden Mutter, die das Enkelkind notgedrungen betreuen und erziehen muß. Es ist wiederum ein autobiographisch inspirierter Roman, der die Interessenkonflikte zwischen mir und meiner Tochter Christiane, die als Übersetzerin arbeitete, in literarischer Form gestaltete. Christine bekam von einem Chilenen ein Kind, der gleichfalls keine Verantwortung für sein Kind übernehmen konnte, weil er bald wieder, aus politischen Gründen, in seine Heimat zurückkehrte. Ich übernahm also die Betreuung meiner Enkeltochter Jasmina, wollte aber selbst als Autorin weiter schreiben. Das war dadurch jahrelang sehr schwierig ...
Kritik
„ Wie in ihren früheren Büchern gilt Elfriede Brünings Anteilnahme besonders den Schicksalen alleinstehender Frauen und ihrem Recht auf Lebenserfüllung. ... (Dabei setzt sie) sich mit ganzer Hingabe für die Sicherung der Menschenwürde ein . . . als Kommunistin, als selbstbewußte Frau, die sich auch nicht scheut, Dinge beim Namen zu nennen, die ihr in unserer Welt nicht behagen, vor allem die Gefahren der Verspießerung durch Wohlstandsdenken.“ (Das Volk, 19.09.83)
„Obwohl es stellenweise an innerer Geschlossenheit fehlt, ist vom Detail her vieles interessant und unverwechselbar.
Im Versuch, Eigenes zu bewältigen, geht dieser Roman in seiner Substanz über andere Bücher Elfriede Brünings hinaus.“ ( NDL 2/84)

